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Kreisrunde aber Gleichzeitig quasi ein Stockwerk überwindende Kehrtunnel verteilen die Steigung auf einen längeren Weg.

Die etwa 70 qum große Gotthard-Nordrampen-Modelleisenbahn ist Teil der Dauerausstellung im Verkehrshaus der Schweiz in Luzern.
Unter vielen anderen Anschauungsobjekten einer umfangreichen Sammlung zum Schienenverkehr, wie den alten Schweizer Dampf- und Elektro-Loks und anderen Schienenfahrzeugen, Bergbahnen, Trams und modernen Fahr-Simulatoren für verschiedene Strecken ist die Anlage ein Beispiel der systematischen Fernverkehrs-Entwicklung aus der Zeit als Europa begann zusammenzuwachsen.


Die Anlage zeigt im Maßstab H0 auf einer verkürzten und mehrfach abgeknickten Streckenführung (U-Form) die Führung der Nordrampe von 1887 zwischen Erstfeld bis kurz hinter Wassen in Richtung Nordportal des alten Scheiteltunnnels.


Seit 2016 wird die Gotthardbahn (Hauptstrecke) durch einen viel längeren Basistunnel geführt werden (NEAT, 2016). Und sie wird dadurch noch schneller werden. Dieses Modell der alten Bergstrecke zeugt von der Ingenieursleistung im 19. Jahrhundert. Die Streckenführung ist noch für Dampflokomotiven geplant, von denen einige in den benachbarten Hallen zu sehen sind.

Jeweils zur halben Stunde läuft eine automatische Vorführung der Anlage von 8 Minuten Länge. Gegen ein extra Entgelt (Stutz) kann in der Zwischenzeit auch eine zusätzliche Vorführung gefahren werden; es sind diverse Sprachvarianten für den Erklärtext wählbar.


  • Blick auf die Kehrtunnel bei Wassenen
  • Bahnhof Erstfeld
  • Wasser- und Geröllverbauung

Technische DatenBearbeiten

  • Grundfläche des Modells: 5.6 m x 13 m
  • Max. Steigung 26 ‰ (Promille gesprochen)
  • Höhendifferenz im realen Modell 1,49 m
  • Gleislänge total 350 m
  • (etwa die Hälfte läuft im "Berginneren")
  • Tunnel: 12 (davon 3 Kehrtunnels)
  • Min. Kurvenradius 70 cm
  • Anzahl Weichen 70 Stück
  • Anzahl Blockabschnitte 18
  • Max. Streckenauslastung 16 Züge

Geschichte und Intention Bearbeiten

Dieses Gotthardbahn-Modell wurde von den Eisenbahn- und Modellbaufreunden Luzern zur Eröffnung des Verkehrshauses im Jahre 1959 gebaut. Den Anlageplan und die Detailpläne verfasste damals Heinrich Wehrle. Insgesamt wurden dafür freiwillig rund 30'000 Arbeitsstunden erbracht. Inzwischen hat sie laufend Renovierungen erfahren.

Das Modell bildet als Ausgangspunkt auf der einen Längsseite ("im Tal") die Station Erstfeld nach. Auch das Kraftwerk Pfaffensprung/Silenen ist, allerdings schwer einsehbar, in einer Innenkurve des U platziert. Es folgen bereits auf der Schmalseite der Anlage die imposanten Stahlbrücken über den Chärstelenbach und die Intschireuss; auf der Gegenseite des nicht nur im Modell imposanten "Gebirges" der Pfaffensprung-Spiraltunnel vor Wassen und die interessante Linienführung beim Ort und der Station Wassen mit den drei Meienreuss-eisenbahnbrücken, dem Wattinger- und dem Leggistein-Kehrtunnel. Beim Südportal des Naxbergtunnels endet die Darstellung der stark verkürzten Strecke. Viele werden dies für die Einfahrt in den 15 km langen doppelspurigen Gotthardscheiteltunnel zum Tessin (eröffnet 1882) halten.


Die zweigleisigen Strecken wurden zum Teil erheblich gekürzt, die Bahnstationen Amsteg-Silenen und Gurtnellen wurden vollständig weggelassen, um eine ausgewogene Darstellung von Landschaft und Eisenbahnbauwerken zu ermöglichen. Die Station Wassen und davor die Haltestelle Intschi werden durchfahren. Die Anlage stellt die Verkehrssituation der 1950er Jahre nach, deshalb fehlt im Tal auch noch die Autobahn.


Ein Zug durchfährt auf der Strecke im Anstieg etwa 35 Meter Strecke in 6 Minuten. Das ist etwas schneller als in Wirklichkeit bei der um einiges längeren wirklichen Strecke. Die maximale Originalsteigung von 26 ‰ wird auch im Modell nicht überschritten (Promille, das sind 26 m Höhendifferenz auf einen Kilometer). Allerdings werden im Modell meist aktuelle Zuggarnituren gefahren, die einen hohen Wiedererkennungswert im Publikum haben (Vgl. die Bebilderung).

Die Doppelschleife vor und nach Wassen Bearbeiten

In der Realität passiert man im Zug den Ort Wassen und sein Kirchlein dreimal und überquert ebenso oft den Zufluss Meienreuss, einen linken Nebenfluss des Reuss, auf unterschiedlichen Brücken. Was geschieht da? Das Modell kann es erklären: a) Davor wurde im Anstieg eine Schleife durch den Pfaffensprungtunnel bereits durchfahren. Damit gewinnt der Zug Höhe.

b) Dann wird der Fluss Reuss im Haupttal oberhalb von Wassen zweimal überquert, um den Wattinger Kehrtunnel hinter dem Ort auf der gegenüberliegenden Uferseite wie die bisherige Strecke zu erreichen bzw. wieder zu verlassen.

c) Und von dort geht es, zurück auf der westlichen Talseite, an der Bahnstation Wassen vorbei in den anschließenden Kehrtunnel, um wieder die Richtung bergan und damit noch mehr Höhe zu erreichen (Leggisteintunnel).


Für die Strecke von der Unteren Meienreussbrücke (bei km 59) bis zum Portal des Naxbergtunnels (hier das obere Anlagenende) werden in der Realität durch die drei zusätzlichen Tunnel bei einer Luftlinie von ungefähr 2 Kilometern Entfernung etwa 8 Streckenkilometer Weg benötigt. Sie führt im Modell nach dem Tunnel mit dem Fensterchen ganz links an der Bahnstation Wassen vorbei noch über die Mittlere Meienreuss-Brücke (bei km 63) und über die Obere Meienreuss-Brücke (nach einem weiteren Kehrtunnel bei km 66).

Dadurch kann die Steigung der Bahnlinie in diesem Abschnitt auf 26 ‰ (Promille; in der Realität und im Modell) begrenzt werden.

Nicht im Modell, nur in der Realität erreichen die Züge nach dem 1.570 m langen Naxbergtunnel schließlich die [Göschenen] auf einer Höhe von 1.106 m (CH). Der folgende Gotthard-Scheiteltunnel ist relativ flach. Und auf der anderen Seite, nach der Station Airolo, geht es hinunter ins Tessin und nach Italien.

Die FahrleitungBearbeiten

Die Fahrleitung ist echt und funktioniert. Der Fahrdraht ist wie im Original abgespannt und im Zickzack verlegt. Sämtliche hierfür benötigten Teile wurden von den Modellbaufreunden selbst hergestellt. Um die Betriebssicherheit weiter zu gewährleisten, musste 2002 einzig der alte Fahrdraht aus reinem Kupfer durch Berylliumbronze-Draht ersetzt werden. Die Anlage war in der ganzen Zeit immer funktionsfähig.

HuChrisGesamt

Vorschau auf eine Gesamtansicht von Ch. Hurni, 1992

Technische Daten Bearbeiten

Das Modell steht nun im Verkehrshaus 4 m über dem Wagenhallen-Boden auf einer Galerie, umgeben von einem ca. 2 m breiten Besucherweg aus nach unten durchsichtigen Gitterstahlblechen. Der Zugang ist auch rollstuhlgeeignet.

Die Kehrtunnel sind im Unterschied zur Realität als Zweier-Wendel ausgeführt, was neben der Schonung der Lokomotiven auch den Vorteil hat, dass die Züge in ihrer ganzen Länge im Tunnel verschwinden. Ihr Auftauchen dauert dann einen Moment länger als eine Fahrt über einen Kreis. (Im Gotthard-Modell in Reichelshofen übrigens zwischen 45 und 51 Sekunden.)

An beiden Enden der Strecke führt ein Portal zu Wendeln und einem heute kaum noch genutzten Schattenbahnhof ins begehbare Berginnere.

Die Steuerung

Die Streckenblöcke werden mit Reedkontakten und Relais gesteuert. Sie erlauben, je fünf Züge in eine Richtung zu fahren, wobei zwei im Bahnhof Erstfeld und seinem Vorfeld zu stehen kommen. Durch klassische Blockabschnitte steuern sich im Modell die Züge gegenseitig. Eine digitale Industriesteuerung von Siemens überwacht die Zugfolge in der Station Erstfeld und die Fahrzeit der Züge.

Der Fahrzeugpark

Natürlich müssen Loks nach etwa 1000 km reale Fahrstrecke ausgetauscht werden. Davor nutzen sich meist nur die extra gehärteten Schleifer ab. ...

MedienBearbeiten

GottVHSlu


Öffnungszeiten Bearbeiten

  • Sommer: 10:00 - 18:00 Uhr


  • Winter: 10:00 - 17:00 Uhr


Der Weg dorthin Bearbeiten

SBB - Ab Bahnhof Luzern  8 Minuten Fahrzeit mit der Bahn (S3 oder Voralpenexpress) bis Haltestelle "Luzern Verkehrshaus"  visavis vom Haupteingang - Fahrpläne: www.sbb.ch

10 Minuten mit dem Bus Nr. 6, 8 oder 24 bis Haltestelle "Verkehrshaus"  Fahrpläne: www.vbl.ch

10 Minuten mit dem Schiff (eigener Schiffssteg, "Verkehrshaus-Lido")  Fahrpläne: www.lakelucerne.ch

30 Gehminuten auf der Seepromenade , am Casino und den Premium-Hotelfronten entlang

Mit dem Auto: die Parkplätze werden gemeinsam mit dem Freibad Lido genutzt.

Literatur Bearbeiten

  • Eisenbahn Amateur: 1957;
    • 2002 S. 646 – 653;
    • 2005 S. 560 – 561;
    • 2007 S. 163 und 276
  • ...
  • Quelle, ausführlich bei der Klubseite: embl.ch/gotthardmodell (dort ein Plan)

Siehe auch in Deutschland Bearbeiten

bei Rothenburg ob d. Tauber, bei Würzburg/Heilbronn
Faszination Gotthardbahn in H O

Weblinks Bearbeiten


ModellBühne1

Der Umlauf auf drei Seiten der Anlage

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